Posts Tagged ‘Jubiläum’
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Mit dem 3. Oktober hätte sich die Staatsoper Unter den Linden für die Wiedereröffnung keinen geschichtsträchtigeren Tag aussuchen können. Aber warum auch nicht? Schließlich ist dieses Datum fest mit Berlin und dem Tag der Deutschen Einheit verbunden und steht somit symbolisch für frische Neuanfänge. Nun ist Berlin aber auch eine Stadt der nicht enden wollenden Baustellen und es ist kein großes Geheimnis, dass die Renovierungsarbeiten der Staatsoper länger als geplant dauern – stolze vier Jahre länger, um genau zu sein. Doch diese lang erwartete Wiedereröffnung bringt gleich zu Beginn einen kleinen Dämpfer mit sich: Das Opernhaus eröffnet, um sofort wieder zu schließen. Wer nun verwirrt ist, ist dies zurecht, weswegen inhaltliche Ordnung in diesem buchstäblichen Chaos angebracht ist.

Fangen wir am besten am Anfang an und holen Friedrich den Großen mit ins (musikalische) Boot. Berlins ältestes Opernhaus wurde vom Alten Fritz im Jahre 1740 an den Architekten von Knobelsdorf in Auftrag gegeben und am 7. Dezember 1742 vor seiner eigentlichen Fertigstellung eröffnet, um dann im Jahre 1743 komplett fertiggestellt zu werden. In seiner langen Geschichte wurde das Opernhaus bereits sieben Mal umgebaut und baustilistisch stets verändert. Durch den zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, fand der letzte große Um- beziehungsweise Wiederaufbau in den 50’er Jahren durch den Architekten Richard Paulick statt. Dabei orientierte er sich stark an von Knobelsdorf ursprünglichem Design. Seitdem sind viele Dirigenten ins Berliner Opernland gezogen, weswegen nach der Jahrtausendwende Pläne für einen lang angebrachten Umbau des nach dem Krieg zusammengeflickten Gebäudes ins Visier genommen wurden. So sahen die ersten Baupläne von Klaus Roth beispielsweise eine komplette Umgestaltung des Zuschauerraumes vor, wogegen viele Künstler von nationaler und internationaler Größe mit Protest begegneten, da der Denkmalschutz des Gebäudes missachtet worden wäre. 2008 wurde der Bauauftrag letztendlich an das Architekturbüro HG Merz vergeben, welches sich mehr an der Linie Paulicks/von Knobelsdorfs orientieren sollte. Mit einem beauftragten Büro an der Hand konnten nun die Bauarbeiten im September 2010 beginnen. Theoretisch hätte die Staatsoper bereits ab 2013 wieder spielbereit sein sollen, doch aufgrund von Fehlplanungen und daraus resultierenden Pannen, ziehen sich die Arbeiten bis zum heutigen Tage hin. Wolfgang Brauer, Politiker und ehemaliges Mitglied des Untersuchungsausschusses “Staatsoper” beschreibt die Sanierungsarbeiten wie folgt:

“Man räumte die Stühle raus und fing an mit der Baustelle. Ohne abgeschlossene Bauplanung, ohne solide Bauwerksanalyse, ohne solide Bestandsanalyse und das fiel dann natürlich auf die Füße. Man hatte die Vision entwickelt, dass man baubegleitend planen kann. Und das ist die eigentliche Katastrophe gewesen.” *

Bauarbeiten im Zuschauerraum, ©dpa

Doch bald sollen all die Fehlkalkulationen vergessen sein, wenn das Orchester unter Dirigent und Langzeitwegbegleiter Daniel Barenboim in die musikalische Heimat unter den Linden zurückkehrt. Besonders viel Wert wurde auf eine verbesserte Akustik im Zuschauerraum gelegt: So wurde beispielsweise für die 1.356 Sitzplätze ein dünneres Polster verwendet, damit der Klang nicht zu stark abgefedert wird. Zudem war Daniel Barenboim ein längerer Nachhall ein besonderes Anliegen. Der Zuschauerraum wurde durch die um fünf Meter angehobene Decke so konzipiert, dass nun ein Nachhall von 1,6 Sekunden statt ursprünglich 1,1 Sekunden gegeben sein soll. Außerdem soll auf mehr Beinfreiheit geachtet worden sein und dass man von jedem Platz aus einen guten Blick auf das Bühnengeschehen hat.

Allmählich zeichnet sich auch ein regeres Geschehen in der Staatsoper ab, wo sich seit dem 1. August die Mitarbeiter*innen aufhalten, die bis zum 3. Oktober noch den letzten Feinschliff anlegen. Feierlich eröffnen werden Schumanns “Faust-Szenen” das frisch herausgeputzte Opernhaus  bis zum 7. Oktober. Danach ist erstmal für weitere zwei Monate Schluss. Diesen Zeitraum wolle man zum Nachjustieren der Technik nutzen, nachdem man erste Erfahrungen im neuen, alten Theater gesammelt habe.

Zur endgültigen Normalität soll es schließlich am 7. Dezember kommen, wo der reguläre Spielbetrieb wieder aufgenommen wird auf den Tag genau zum 275. Jubiläum des Opernhauses. Fast so, als ob man von Anfang an auf diesen Tag hingearbeitet hätte.

Bald kann sich die Staatsoper ohne Baugerüst zeigen. ©Hufner

*Zitat aus: Arnt, Susanne: Berliner Staatsoper. Schwere Fehler bei der Sanierung, in: Deutschlandfunk Kultur. 22.06.2016.

 

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(Written on August 24, 2017 )

Es ist wieder Mozartfest-Zeit! Und die Bamberger Symphoniker sind traditionell dabei – in der wunderschönen Würzburger Residenz, wo sie am Wochenende Werke von Weber, Beethoven und – natürlich! – Mozart spielten.

Immer mit dabei: Das Buch zum 70jährigen Orchesterjubiläum der Symphoniker von Andreas Herzau und Nora Gomringer, erschienen im Hatje Cantz Verlag.

Die ganze Reise des Buches gibt es hier nachzulesen.

2016_06_17_Würzburg

(Written on June 20, 2016 )

Classical News

In today’s news, Classical:NEXT 2016 day three, New York Geffen Hall plans continue in fits and starts, and profile of the Orchestra of the Age of Enlightenment. Also, EUYO criticizes EU Commissioner Navracsics, and there are no first prize winners at the International Instrumental Competition Markneukirchen.

Classical Music Magazine

Classical:NEXT 2016: day three

You have ten minutes to set up a working party and map out a festival programme on a chosen theme for a set venue. That was the assignment given to members of the audience at the final Classical:NEXT conference, titled Create-It-Yourself curation.

The Guardian

Facing the music: François-Xavier Roth

From Boulez to Baker, plus Mahler, Benjamin and… Sting: The conductor on the music that shapes his life on and off the concert platform.

The Arts Desk

Period Portraits: Snapping the OAE

The OAE doesn’t just sound unique. It looks it too. To mark the orchestra’s 30th anniversary, photographer Eric Richmond introduces his portraits.

CNN

‘Classical’ music is dying…and that’s the best thing for classical music

Charlie Albright says new approaches to classical music are the route to its revival.

Classic FM

We still need positive action in classical music, says LA Phil boss

President and Chief Executive Officer (David C. Bohnett Presidential Chair) of the Los Angeles Philharmonic, Deborah Borda, reveals the need for conscious effort and action around diversity at the top of orchestral music.

The New York Times

Philharmonic’s Geffen Hall Plans Continue in Fits and Starts

The renovation of the New York Philharmonic’s Lincoln Center home, David Geffen Hall, is the classical music equivalent of the Second Avenue subway.

pizzicato

EUYO Criticizes EU Commissioner’s „Misleading“ Statement

Commissioner Navracsics’s statement yesterday that the Commission is seeking a solution to EUYO funding is welcomed, says the Orchestra in a press release, „but in response to questions from the Council of Ministers, his replies were also inaccurate and misleading.“

JDCMB

Our heroine’s birthday

Yesterday was the birthday of the great violinist Jelly d’Arányi, who was born in Budapest on 30 May 1893. She is of course the heroine of Ghost Variations

klassik.com

Instrumentalwettbewerb Markneukirchen endet ohne Gewinner

Bei der diesjährigen Ausgabe des Internationalen Instrumentalwettbewerbs Markneukirchen ist die Finalrunde ohne erste Plätze zu Ende gegangen.

Musik heute

Tenor Peter Schreier erhält Sächsischen Verdienstorden

Der Tenor und Dirigent Peter Schreier erhält den Sächsischen Verdienstorden. Die Auszeichnung werde dem 80-Jährigen am Mittwoch von Ministerpräsident Stanislaw Tillich überreicht, teilte die Staatskanzlei am Montag mit.

Codex flores

Jubiläumsausgabe der Musik-Kurswochen Arosa

Zum 30-Jahr-Jubiläum der Musik-Kurswochen Arosa haben sich per Ende Mai laut den Veranstaltern 1220 Teilnehmende angemeldet. Die Veranstalter erwarten ein Rekordjahr.

Twitter

Musical Futures @musicalfutures Famous classical music #composers linked to YouTube Videos – ThingLink http://bit.ly/1Z9WQXw

Katherine Jenkins @KathJenkins Favourite: “The transformative power of classical music” @BenjaminZander http://bit.ly/1sRoKpx

Steinway: Listen @ListenMusicMag: “Ten Great Music Moments in America:” #10: The Forming of @kronosquartet

Bel canto arias in the shower... Conductor Francois-Xavier Roth Photograph: Francois SECHET 2011

Bel canto arias in the shower… Conductor Francois-Xavier Roth Photograph: Francois SECHET 2011

(Written on May 31, 2016 )

Jubiläum in Bamberg: Die Bamberger Symphoniker feiern ihr 70-jähriges Bestehen

Begonnen hat alles vor 70 Jahren durch Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg. Musiker des Deutschen Philharmonischen Orchesters Prag waren in Bamberg gestrandet; sie bildeten den Kern des “Bamberger Tonkünstlerorchesters”, das am 20. März 1946 sein erstes Konzert gab, als Bamberger Symphoniker leben sie den Mythos vom besonderen böhmischen Klang weiter.

Kommen Sie doch auch nach Bamberg und schauen sich das Orchester und die Feierlichkeiten aus der Nähe an! Geplant ist folgendes:

An diesem Samstag lädt Bundespräsident Gauck zum Benefizkonzert. Auf dem Programm stehen Mozart, Smetana und natürlich Mahler, für dessen Interpretationen das Ochester berühmt ist.

Oder schalten Sie live ein bei BR Klassik!

Am Sonntag ab 14 Uhr werden zum Tag der offenen Tür die Konzerthalle mit (fast) allen Nebenräumen zur Bühne. Zu erleben sind “Composer in residence” Jörg Widmann als Solist, Orgel- und Oboenkonzerte, alte und neue Filme über die Bamberger Symphoniker, ein “ungarischer Salon”, eine “Tango-Session”, ein “klingendes Museum” und vieles meh.

Weitere Projekte stehen an im Jubiläumsjahr:

Im Mai wird der Preis der Mahler-Competition vergeben. Der Dirigentenwettbewerb findet seit 2004 alle drei Jahre statt  und hat schon Weltkarrieren begründet.

Erleben Sie die Bamberger Symphoniker selbst in den nächsten Konzerten, am 31. März mit Lang Lang und am 04. April dirigiert Jonathan Nott Mahlers Dritte. Auch international kann man sie hören, u.a. auf der nächsten USA-Tournee.

Und ein Film von Deutsche Welle erklärt, wie solch eine Tournee funktioniert und geplant werden muss…

 

 

(Written on March 18, 2016 )

Classical News

In today’s news, NMZ reports that the German Cultural Council puts up resistance against right-wing populist party AfD’s politics. Also, UK music industry welcomes legislation to protect music venues, costs for renovation of opera house in Bayreuth rise, and ENO chorus plans silent protest over wage cuts and redundancies

The Independent

English National Opera chorus plans silent protest over wage cuts and redundancies

The organisation says it must make several singers redundant and cut pay for remaining members by 25%

Music Week

Music industry welcomes legislation change to protect venues

UK Music, Music Venue Trust and Musicians’ Union have welcomed new Government legislation to protect music venues, following a meeting with Ministers at the Department For Communities And Local Government and Culture Minister Ed Vaizey MP.

BBC Entertainment and Arts

BBC Young Jazz Musician: Teenage trumpeter Alexandra Ridout wins

A 17-year-old trumpeter has won the BBC Young Musician Jazz Award 2016, beating her older brother to the title.

The Guardian

Facing the music: Laurence Cummings

He was once part of the Banal Chorale and admits to owning a Bucks Fizz record, but Kirkby’s Handel and Bernstein’s Mahler inspire the conductor and director of the London Handel festival today.

Der Tagesspiegel

Talentierte Dilettanten

Mit Leidenschaft dabei: Das Orchester Berliner Musikfreunde ist das am längsten existierende Laienensemble der Stadt

NMZ

Kulturrat ruft zu Widerstand gegen AfD-Politik auf

Der Deutsche Kulturrat hat nach dem Erfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zum Widerstand gegen deren Politik aufgerufen

Klassik.com

Sanierung des Markgräflichen Opernhauses Bayreuth wird teurer

Der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) hat den Auftrag für den zweiten Bauabschnitt bei der Sanierung des Markgräflichen Opernhauses Bayreuth erteilt, nun beginnt die nächste Bauphase

Le Monde

Le directeur des Chorégies d’Orange démissionne, en conflit avec la mairie d’extrême droite

Le directeur général des Chorégies d’Orange, Raymond Duffaut, en poste depuis 1981, a démissionné à la suite d’un conflit

Classicalite

Former President Clinton Paid Tribute in New Work ‘Billy Blythe’ by Opera Ithaca

It’s been announced that Opera Ithaca will stage a new opera about the childhood of former President Bill Clinton

Twitter

BR Klassik Alle Premieren der kommenden Saison werden live auf übertragen!

MUSIK HEUTE Neuer Beitrag: Kurt Weill Fest endet mit Besucherrekord: Dessau-Roßlau – Mit einem Besucherrekord ist am Sonnt…

neue musikzeitung Welterbe und weite Welt: Bamberger Symphoniker feiern Jubiläum: China, Japan oder die USA…

Photograph: Orchester Berliner Musikfreunde e.V. / Der Tagesspiegel

Photograph: Orchester Berliner Musikfreunde e.V. / Der Tagesspiegel

(Written on March 14, 2016 )

150 Seiten Sichtbarmachung von Klang: zum 70. Jubiläum der Bamberger Symphoniker erscheint ein Orchesterporträt in Text und Bild.

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Lässt sich die Faszination von Musik auch in Text und Bild ausdrücken? Dieser Frage gehen die Lyrikerin Nora Gomringer und der Fotograf Andreas Herzau in einer neuartigen Versuchs­­anordnung nach: 2 Jahre lang beglei­­teten sie das Orchester bei seinen Gastspielen in Deutschland, Europa, Asien und natürlich auch Zuhause in Bamberg. Dabei entstanden sind Fotografien, die intime Einblicke in den Orchesteralltag gewähren und auf künstlerische Weise völlig neue Blick-winkel auf das Ensemble ermöglichen, die über einen doku­men­tarischen Charakter hinausgehen. Nora Gomringer verleiht diesen intensiven Bildern mit gewohnt eigenwilliger Stimme eine zusätzliche Ebene. Das Ergebnis ist weit mehr als ein Porträt des Orchesters: »Bamberg Symphony« fängt die Ästhetik des Phänomens Orchester ein, macht das eigentlich Unsichtbare, die Musik, auf neuartige Weise erlebbar, ist eine Sichtbarmachung von Klang.

Neugierig geworden? Dann wagen Sie doch selbst einen kurzen Blick ins Buch…

Oder einfach entspannt zurücklehnen und zuhören – Nora Gomringer liest für Sie Ihren Eröffnungstext des Buches:

»Komm mit, Dichterin!« 

„Bamberg Symphony“ erscheint bei Hatje Cantz und wird diesen Samstag, den 20. Februar in Bamberg erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Ebenfalls diskutieren beide Künstler ihre Arbeit auf der Leipziger Buchmesse am 17. März.

(Written on February 19, 2016 )