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Alle sprechen darüber. In der Klassikwelt gibt es in diesen Tagen kaum ein anderes Thema als das neue Wahrzeichen Hamburgs: Am vergangenen Mittwoch wurde die neue Elbphilharmonie feierlich eröffnet und damit eine neue Ära eingeläutet.

Die Elbphilharmonie in Hamburg © Thies Raetzke

Elbphilharmonie in Hamburg © Thies Raetzke

Die Vorgeschichte

Für viele Diskussionen sorgte die Philharmonie bereits lange vor ihrer Eröffnung. 2001 fanden die ersten Überlegungen über eine neue Konzerthalle auf dem Kaispeicher statt und damit auch der erste Streit über die Finanzierungsfrage. Die Baukosten sollten zum Teil aus öffentlichen Geldern (77 Millionen Euro) und zum anderen Teil von Privatinvestoren getragen werden. 2007 wurde die Grundsteinlegung gefeiert, kurz danach aber schon Verspätungen und Kostenerhöhungen angekündigt. Schließlich verspätete sich die Eröffnung um sieben Jahre und die Gesamtkosten stiegen von 80 auf 800 Millionen Euro. Die wichtigsten Etappen mit Zeitangaben gibt es auf NDR nachzulesen. In ihrem Artikel „Der dunkle Weg zum hellen Glanz“ schrieb die taz: „Die Vorgeschichte [der Elbphilharmonie] ist ein Paradebeispiel dafür, wie man’s nicht macht.“ Kritisiert wurde die anfängliche Leichtgläubigkeit der Politik und der Bürger, die die unrealistischen Vorhaben ignorierten, um stattdessen die Vision der Weltklassearchitekten Herzog & de Meuron zu zelebrieren.

Elbphilharmonie Hamburg, Mai 2011, Dacharbeiten

Elbphilharmonie Hamburg, Mai 2011, Dacharbeiten

Erfüllt die Philharmonie die hohen Erwartungen?

Mit umso größerer Spannung (und Druck!) wurde die Elbphilharmonie am Mittwoch, dem 11. Januar 2017 eröffnet. Dabei lautete die wichtigste Frage: Wird der Saal die versprochene, weltbeste Akustik liefern können?

Am Tag nach der Eröffnung äußerte sich zunächst Manuel Brug (Artikel in der Welt), leider enttäuscht. Der Klang scheint vorerst nicht zu halten, was die Architektur verspricht: „Der Orchestersatz wird komplexer, und auf einmal höre ich nur noch Bässe. Oder Hörner. Und unangenehm aus der Mitte trötende Klarinetten. Der Klang spreizt sich auf, verflacht dann, vieles dringt nicht mehr durch. Es atmet zu wenig, denke ich.“ Liegt es vielleicht daran, dass der Redakteur nicht am richtigen Ort saß? Vielleicht. Jedoch warb man genau damit, dass unabhängig davon, wo der Zuhörer sitzt, jederzeit der beste Klang garantiert sei.

Mit ihrem Artikel „Dieser Konzertsaal kennt keine Gnade“ stößt Eleonore Büning von der FAZ ins selbe Horn. Die Elbphilharmonie sei eine Augenweide, leider höre man nicht mit den Augen: „Dieser Saal, so wunderschön er auch auf den ersten Sinn wirkt (…)– den zweiten Sinn enttäuscht er. Dieser Saal klingt gnadenlos überakustisch.“ Jeder Fehler, jeder tiefe Atemzug, jeder schiefe Bogenstrich und auch die Publikumsgeräusche würden sich in die Musik mischen.

Elbphilharmonie, Grosser Saal, Pausenapplaus am 11.01.2017 © Michael Zapf

Elbphilharmonie, Grosser Saal, Pausenapplaus am 11.01.2017 © Michael Zapf

Obwohl Rabea Weihser in ihrem Artikel für die Zeit die gnadenlose Akustik des Saals ebenfalls bestätigt („Exzellenz im Spiel wird belohnt, Mittelmäßigkeit und Schwächen treten umso deutlicher hervor“), wird das finale Ergebnis gelobt: „ein glasklarer Klang von erstaunlicher dynamischer Bandbreite, überdeutlich in den Akzenten, voll und weich im Tutti“.

Ebenfalls begeistert schrieb Frederik Hanssen vom Tagesspiegel: Trotz eines schlechten Platzes (in höchster Höhe hinter dem Orchester), ist der Klang fantastisch. Dank des einzigartigen Schallbrechers, der „wie ein Ufo durchs Deckengewölbe dringt“ werden die Töne des Orchesters beispielhaft reflektiert: „Selbst das feinste Pianissimo hat hier noch eine enorme Präsenz. Klarheit und Wärme verbinden sich auf ideale Weise, das Blech entfaltet festlichen Glanz, die Streicher sind brillant, ohne allzu poliert zu wirken, und selbst bei voller Orchesterpower entsteht nie der Eindruck des Wuchtigen.“

Reinhard Brembeck von der Süddeutsche Zeitung sieht die Schwäche nicht in der Akustik des Saales: „Bei Mendelssohn und Brahms wird nach und nach deutlich, dass dieses Defizit nicht der Saalakustik anzulasten ist, sondern Hengelbrock und seinen Musikern.“

Doch letztlich ist die Frage der Akustik eine Frage des persönlichen Gefühls jedes Einzelnen. Der Akustiker der Elbphilharmonie, Yasuhisa Toyota sagt: „Mit der Akustik ist es ähnlich wie mit Whiskey: Selbst Experten können nicht erklären, warum der eine gut schmeckt und der andere nicht.“

Parallel dazu fragte sich die Presse (wie z.B. die Welt in ihrem Artikel „Die Elbphilharmonie beendet eine andere große Ära“), was aus der Laeiszhalle wird, die bis jetzt die begehrteste Stelle für Klassikliebhaber in Hamburg war. Optimal ist der Saal zwar nicht mehr, jedoch wird die künstlerische Leitung versuchen, durch ein neues Programm mit u.a. mehr Weltmusik und Jazz die Zuhörer weiterhin zu locken.

Thomas Hengelbrock / Hanna-Elisabeth Müller / Wiebke Lehmkuhl / Pavol Breslik / Sir Bryn Terfel © Michael Zapf

Thomas Hengelbrock / Hanna-Elisabeth Müller / Wiebke Lehmkuhl / Pavol Breslik / Sir Bryn Terfel © Michael Zapf

Und was sagt Europa dazu? Einblicke in die ausländische Presse

Auch im Ausland sorgt die Elbphilharmonie für Bewunderung und Kritik. Doch interessiert sich die Presse weniger für die Akustik-Frage, als vielmehr für das Gesamtprojekt und die Bedeutung des Saales für die Stadt.

Das gewagte Programm, mit einem Potpourris aus Werken der Romantik, des Barocks und der Neuen Musik, wirkt laut France musique kohärent und sehr gut umgesetzt. Gelobt wird die Innen- und Außenarchitektur des Gebäudes, die Meisterleistungen in Sachen Tontechnik hervorgebracht hat.

The Guardian wundert sich, dass ein so teures und kontrovers diskutiertes Projekt von der Politik und Gesellschaft schlussendlich so gut empfangen wird. Die Anwesenheit von Angela Merkel bis zum Ende der Veranstaltung sieht die Zeitung als Zeichen dafür, wie wichtig die Kultur und die Investition in Kunst für Deutschland ist.

Für The New York Times hat das Gebäude das Potential, einen „Bilbao-Effekt“ auszulösen. Die Zeitung spielt dabei auf die baskische Stadt Bilbao an, die heute dank des einzigartigen Designs des Guggenheim-Museums Touristen aus der ganzen Welt anzieht. Laut des Redakteurs wird die größte Herausforderung für das Gebäude sein, für alle einen Platz zu schaffen. Neben dem Anspruch, Musik zugänglicher zu machen, sollten Bildungsprojekte Vorrang haben, die weiteren gesellschaftlichen Zielen dienen, so z.B. der Integration von Flüchtlingen durch Konzerte, die Einwohner und Zugezogene zusammenbringen können.

El Pais macht einen kurzen Vergleich zwischen der Baustelle des Berliner Flughafens BER und der Elbphilharmonie. Beide seien Beweise dafür, dass die deutsche Effizienz nicht immer das ist, was es in der Theorie vorgibt zu sein. Trotz der Länge des Abends, der insgesamt über viereinhalb Stunden dauerte, wird die Akustik des Raumes und das gewagte Programm der musikalischen Leitung gelobt.

Großer Saal / Die "weiße Haut" der Decke © Oliver Heissner

Großer Saal / Die “weiße Haut” der Decke © Oliver Heissner

Kreativität in den Sozialen Medien

Viel Aufmerksamkeit erreichte die Elbphilharmonie auch in den Sozialen Medien, wobei es eher selten ist, dass Projekte aus der klassischen Musikwelt so viele Leute engagieren und gleichermaßen viel Kreativität in den Sozialen Medien hervorrufen.

Lohnenswert ist das Twitter-Konto der Elbphilharmonie @elbphilharmonie, das unzählige Einblicke in die Gebäude-Geheimnisse, in das Orchester und in die Vorbereitungen der Eröffnung gibt. Viele lustige Videos feiern die baldige Premiere, wie beispielsweise das Countdown Video Sounddown in yellow. Insgesamt ein gelungenes Story Telling, das sich zum Nachlesen empfiehlt.

Kreativ werden auch die Redaktionen vieler Rundfunkanstalten. Der SWR 2 glaubt, überall die Form der Elbphilharmonie zu sehen, sogar in Schokoladentafeln. BR Klassik hingegen transportiert die Elbphilharmonie mit einem lustigen, mithilfe von Photoshop bearbeiteten Video nach Bayern. In einem Video von NDR freuen sich die Musiker des NDR Elbphilharmonie Orchesters über den schönsten Weg zur Arbeit. Über Deutschland hinaus werden Meldungen mit einem Augenzwinkern aus dem Ausland gesendet, so z.B. aus Island. Außerhalb der Musikwelt erfährt das Projekt aber auch viel Kritik, insbesondere wegen der vermeintlich unfairen Verteilung von Staatsgeldern.

Einen sehr guten Überblick über die Debatte in den Sozialen Medien rund um die Elbphilharmonie liefert ein kürzlich erschienener Artikel von Crescendo.

Elbphilharmonie in Hamburg © Maxim Schulz

Elbphilharmonie in Hamburg © Maxim Schulz

(Written on January 17, 2017 )

Während sich die schön warmen bis heißen Berliner Sommertage nun endgültig in den Herbst zu verabschieden scheinen, haben wir uns, (fast) pünktlich zum kalendarischen Herbstanfang, durch die zahlreichen Veranstaltungen der Stadt geklickt und eine überschaubare Auswahl an Konzerten und Opernaufführungen getroffen, die sich ganz sicher mit den immer kürzer werdenden Abenden auf angenehme Weise verbinden lassen.

Schon nächste Woche gibt es gleich zwei Chorkonzerte an außergewöhnlichen Orten zu erleben: In die einstige Trauerhalle des ehemaligen Krematoriums und heutigen Kulturquartiers silent green lädt der Rundfunkchor Berlin am 28. September zu einer RundfunkchorLounge ein. Einen Tag später wird der RIAS Kammerchor ein Kammerkonzert im Outpost Theater des Alliierten Museums geben.

Wem Chor alleine nicht reicht, der erhält beim Konzert des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin am 28. September die ideale Mischung aus Chor- und Orchesterklang. Gemeinsam mit dem MDR Rundfunkchor Leipzig wird unter der Leitung von Marek Janowski Beethovens Missa Solemnis in der Berliner Philharmonie zu hören sein.

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Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Foto: Josep Molina

Eine ganz besondere musikalische Komödie zeigt die Komische Oper mit Eine Frau, die weiß, was sie will!, in der nur zwei Darsteller ganze 20 verschiedene Rollen gestalten. Ab Oktober wird zudem unter anderem Antonín Dvořáks berühmteste Oper Rusalka auf die Bühne gebracht. Die Staatsoper im Schiller Theater widmet sich im September und Oktober Giacomo Puccinis wohlbekanntem Operndrama Tosca. Während die Staatsoper Unter den Linden noch aufwendig modernisiert wird, können interessierte Besucher sonn- und feiertags einen Einblick in den Sanierungsprozess des historischen Gebäudes bei einer Baustellenführungen erhalten.

Mehr Oper bietet auch die Deutsche Oper ab Oktober mit der Weltpremiere von Gianni – einem Musiktheater vom Techno Ensemble Brandt Brauer Frick und dem Regisseur Martin Butler, in dem die schillernde und gleichzeitig so tragische Welt von Modeschöpfer Gianni Versace thematisiert wird. Und für alle, die sich schon frühzeitig in Weihnachtsstimmung versetzen lassen möchten, empfiehlt sich ein Besuch im Der Nussknacker in einer Darbietung des Staatsballetts Berlin, ebenfalls in der Deutschen Oper ab 07. Oktober.

Ein Stück Skandinavien kommt am 06. Oktober ins Kulturquartier silent green, wenn der norwegische Singer-/Songwriter Pål Moddi Knutsen, besser bekannt als Moddi, sein neues Album Unsongs mit einst zensierter Musik vorstellt. Nur wenige Tage später, am 11. Oktober werden David Danholt (Gesang) und Charlotte Thaning (Klavier), zwei der gefragtesten jungen Musiker Dänemarks, ein Kammerkonzert mit Werken von Schumann und Nielsen im Felleshus der Nordischen Botschaften geben.

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Moddi. Foto: Joergen Nordby

Und was an ungemütlichen als auch sonnigen Tagen gleichermaßen gut funktioniert, ist ein Besuch im Musikinstrumenten-Museum mit seiner beeindruckenden Sammlung an Instrumenten der europäischen Kunstmusik vom 16. Jahrhundert bis heute, welcher sich auch ganz hervorragend mit einem der zahlreichen Konzerte in der Berliner Philharmonie verbinden lässt.

(Written on September 23, 2016 )

Classical News

In today’s classical news, Classical:NEXT accepts proposals for its next global gathering, Sally Beamish speaks about how the theft of her viola turned her into a composer, and 300-year-old violin taken from London train is recovered safely. Also, Gramophone becomes Apple Music curator, and world-renowned theremin virtuosa Carolina Eyck & ACME releases new album.

International Arts Manager

Classical:NEXT on the look out for ‘wow’ moments

Classical:NEXT has put out a call for proposals for its next global gathering. All suggestions for ‘artists, project pitches and conference sessions’ can now be submitted for free through the Classical:NEXT website.

The Guardian

Sally Beamish: how the theft of my viola turned me into a composer

Losing one voice helped Sally Beamish find another. Two decades later she has come full circle. She tells how her daughter, her mentor Peter Maxwell Davies – and a blackbird – have inspired her new work, and her own return to playing.

The Strad

300-year-old violin taken from London train is recovered safely

The Maggini instrument, beloning to Baroque musician Jane Gordon, was taken from the overhead luggage rack of the train from London Waterloo.

Gramophone

Gramophone becomes Apple Music curator

Having championed the latest listening technology for nearly a century, Gramophone’s new relationship with Apple Music – a music streaming service which now boasts over 15 million subscribers – is a natural next step.

The New York Times

Beyoncé Shares V.M.A. Red Carpet With Mothers of Black Lives Matter

At the MTV Video Music Awards on Sunday, Beyoncé made one of the few coherent political statements of the night when she invited the mothers of four black men killed in racially charged episodes to join her on the red carpet.

Broadwayworld

Carolina Eyck and ACME to Release FANTASIAS FOR THEREMIN AND STRING QUARTET Recording

World-renowned theremin virtuosa Carolina Eyck and American Contemporary Music Ensemble (ACME) will release Fantasias for Theremin and String Quartet on October 14, 2016 via Butterscotch Records.

The Boston Musical Intelligencer

Restoring a Classic Broadway Score

Performing classic Broadway musicals with a full orchestra returns them to their original symphonic splendor. Because of the decreasing size of pits and budgets, many first-rate theater companies now use scaled-down instrumental forces when producing musicals.

nmz

Theater Cottbus: Besucherzuwachs trotz weniger Veranstaltungen

Ob Musical, Meisterchoreografie oder Konzert: Das Staatstheater Cottbus kann sich über eine große Publikumsgunst freuen. In der vergangenen Spielzeit kamen 135 510 Besucher.

Der Tagesspiegel

Alles hört auf ihr Kommando

Das Klassikfestival in Luzern rückt eine aufstrebende Berufsgruppe in den Mittelpunkt: Dirigentinnen.

klassik.com

Freistaat Sachsen beugt sich Urteil im Fall Semperoper / Dorny

Der Freistaat Sachsen verzichtet in der juristischen Auseinandersetzung mit dem vor seinem Amtsantritt fristlos entlassenen Semperoper-Intendanten Serge Dorny auf die Anrufung der nächsten Instanz.

Twitter

BBC Radio 3 @BBCRadio3 “We shall not cease from exploration…” A pilgrimage into poetry + music:

nmz @musikzeitung Anna Netrebko in : Klangkunst, Kleider, Küsse: Hamburg – Mit brausendem Beifall und…

klassik.com @klassikcom Rheingau mit positiver Bilanz

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Primadonna risoluta. Barbara Hannigan conducts the Mahler Chamber Orchestra. Credit: Peter Fischli/Lucerne Festival

(Written on August 29, 2016 )

Ambitioniertes Vorhaben geplant, aber kein Geld zur Verfügung? Ob Konzert oder CD-Produktion, Festival oder die Umsetzung eines Orchester-Projekts: für all dies braucht es ein gewisses Kapital, das auch mit großer Eigeninitiative oftmals nicht ohne weiteres zu beschaffen ist. Vor allem gemeinnützige Vereine sind in den meisten Fällen auf Fördergelder und Zuschüsse angewiesen, die mit viel Bürokratie einhergehen und ein gewisses Maß an Geduld und Hartnäckigkeit voraussetzen.

Besonders beliebt ist deshalb mittlerweile auch in der klassischen Musikbranche das sogenannte Crowdfunding, bei dem viele Menschen über die sozialen Medien angesprochen werden und finanziell dazu beitragen können, dass ein Projekt verwirklicht werden kann. Das Prinzip ist simpel: die Personen hinter dem Projekt setzen eine Laufzeit und eine finanzielle Summe fest, die erreicht werden soll und veröffentlichen einen Aufruf mit einer Beschreibung ihres Vorhabens in Form von Texten, Bildern oder Videos auf einer der mittlerweile zahlreichen Crowdfunding-Plattformen im Netz.

Die Kampagne kann über Facebook, Twitter und Co. geteilt werden und damit Familie und Freunde, Bekannte und Kulturliebhaber aktivieren, dem Projekt zur Realisierung zu verhelfen. Als Dankeschön und Gegenleistung für die Unterstützer gibt es beispielsweise kostenlose Konzertbesuche, CD-Geschenke oder Probenbesuche.

Wie eine solche Crowdfunding-Aktion als fertiges Produkt aussehen kann, zeigt die aktuelle Kampagne der Jungen Sinfonie Berlin, ein Orchester bestehend aus Musikstudenten und passionierten Laienmusikern, das für die Durchführung der alljährlich stattfindenden Probenphase mit anschließendem Konzert in der Philharmonie Berlin auf die Unterstützung vieler Musikbegeisterter hofft. Eine Summe von 630 € wurde bisher erreicht, bis zum 02. September sollen es 4000 € werden.

(Written on August 18, 2016 )

The Piano Showcase: Die türkische Komponistin und Pianistin AyseDeniz Gokcin präsentiert am 30. Juni 2016 in Berlins neuer Event-Location silent green Kulturquartier Teile ihres aktuellen Albums „Nirvana Project“ sowie weitere Klassik-Rock Mashups.

Virtuoses klassisches Tastenspiel verschmolzen mit Motiven aus dem Progressiven Rock, gewürzt mit elektronischen Beats – dafür steht AyseDeniz Gokcin. Gerade mit dem Donizetti Classical Music Award als „Pianistin des Jahres“ ausgezeichnet, sorgt ihr aktuelles Album „Nirvana Project“ sowohl in der Klassik-Szene als auch unter Rockfans für Aufsehen.

Das Album erreichte die UK Top 10 Classical Charts auf iTunes und wurde in der Presse bereits hochgelobt. Den offiziellen Teaser zu „Nirvana Project“ können Sie hier sehen.

Photo credit: Nicholas Koon

Photo credit: Nicholas Koon

Das silent green Kulturquartier Berlin ist ein neuer unabhängiger Veranstaltungsort im Wedding, in dem zahlreiche kulturelle Projekte und kreative Experimente eine einzigartige Heimat gefunden haben. Die Kuppelhalle ist prädestiniert für die Veranstaltung von Konzerten, die sich vor allem als unplugged-Formate mit der atmosphärischen Intimität des Raumes zu einem akustisch-visuellen Erlebnis verbinden.

AyseDeniz Gokcin —The Piano Showcase

30. Juni 2016 20.00 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr

silent green Kulturquartier Berlin, Gerichtstraße 35

Reservierungen unter anna.v@wildkatpr.com, Online-Tickets über Eventim, Abendkasse 12 Euro

Mehr Informationen finden Sie auf AyseDeniz’ Website oder unter ihrem Facebook oder Twitter Account.

(Written on June 8, 2016 )

Die deutsch-japanische Pianistin und Steinway Künstlerin Caterina Grewe stellt ihr Debütalbum mit Werken von Robert Schumann am 1. Juni 2016 in der Mendelssohn-Remise Berlin vor.

Caterina Grewe widmet sich hier der eher unbekannten Sonate Nr. 3 in f-Moll Op. 14 „Concert sans orchestre“ und den wohlbekannten Davidsbündlertänzen Op. 6. Hierbei überzeugt die Tastenkünstlerin mit ihrem emotional bewegenden Spiel und bring so ihre Begeisterung für ihren Lieblingskomponisten zum Ausdruck.

CD booklet biography photo

Die mehrfache Preisträgerin internationaler Wettbewerbe (u.a. des Dublin International Piano Competition und Maria Canals International Piano Competition Barcelona) hat mit ihren Konzerten bereits große Anerkennung insbesondere in Großbritannien, Kontinentaleuropa und Asien gefunden. Als Studentin am Royal College of Music gewann sie 2013 den renommierten HRH Queen Elizabeth The Queen Mother Rosebowl Preis für ihre hervorragende Leistung während des Studiums.

Was: Release Konzert von Caterina Grewe

Wann: 1. Juni 2016 19.00 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr

Wo: Mendelssohn-Remise Berlin

Eintritt: 12€

Programm: R. Schumann – Davidsbündlertänze, Op.6 und F. Liszt – Après une lecture de Dante

Reservierung unter: vivienne@wildkatpr.com oder +49 (0)30 2150 2932

Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zu einem persönlichen Kennenlernen der Pianistin mit kühlen Drinks. Mehr Informationen und Updates können Sie entweder auf Caterinas Website oder ihrem Twitter und Facebook Account.

 

(Written on May 4, 2016 )

Notenwender – die Person, ohne die Konzerte kaum glatt laufen könnten, und der dennoch sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Was macht so ein Seitenumblätterer, oder wie er auch sarkastisch oft genannt wird, „Blattlaus“, und warum wird er überhaupt benötigt?

Ein Notenwender ist der Assistent des Musikers. Seine Aufgabe besteht darin, die Notenblätter gemäß des Ablaufes der gespielten Musik rechtzeitig und rasch um eine Seite umzublättern. Der Grund für seine Anwesenheit ist, dass der Musiker oft keine freie Hand hat um selbst umzublättern, da es sonst zur Unterbrechung des Stückes kommen würde.

Normalerweise wird ein Notenwender beim Spielen auf Tasteninstrumenten gebraucht, da die Notationen häufige Seitenwechsel erfordern und der Musiker beide Hände an der Tastatur lassen muss. Während eines Konzertes sitzt der Notenwender vom Publikum abgewandt – also zwischen Musiker und Hinterbühne und steht aus praktischen Gründen zum Umblättern auf.

Aber wird eine sogenannte Blattlaus wirklich so oft gebraucht? Man sieht ihn meistens in Gattungen, in denen eine auswendige Darbietung unüblich ist, was besonders in der Kammermusik der Fall ist. Auch bei schnellen Stücken mit wenig Pausen wird ein Notenwender dringen benötigt. Bei der Orgel übernimmt der Registrant die Einrichtung des Registers und zusätzlich auch die Aufgabe des Notenwenders.

Ein Notenwender benötigt fortgeschrittene Musikkenntnisse, da er die gespielte Musik mit den Noten vergleichen muss und auch den Ablauf (vor allem Wiederholungen und Pausen) kennen sollte. Zudem ist es unbedingt notwendig, dass er auch die Signale des Künstlers versteht um rechtzeitig umblättern zu können. Im Normalfall handelt es sich hierbei nicht um studierte Berufsmusiker und sie sind meistens auch nicht bei Konzerthäusern oder Konzertveranstaltern angestellt, sondern sind nebenberuflich auf Honorarbasis tätig.

Bundesarchiv B 145 Bild-F008930-0019, Beethovenhalle Bonn, Kammerkonzert Kölner Trio.jpg

Ein Klaviertrio mit Notenwender (hinten links)/Bundesarchiv B 145 Bild-F008930-0019, Beethovenhalle Bonn, Kammerkonzert Kölner Trio

Auch die großen Künstler wie Ludwig Van Beethoven hatten ihren Notenwender. Ignaz von Seyfried war bei seiner Uraufführung des dritten Klavierkonzerts sein Seitenumblätterer und hatte damals offensichtlich große Schwierigkeiten. Die Noten sollen aus fast leeren Blättern und unverständlichen Hieroglyphen bestanden haben. Paul Hindemith hingegen stieß auf einige Probleme, da nach Konzerten die Noten von zwei Stücken verschollen waren. Man spekulierte, dass hier der Notenwender seine Finger im Spiel hatte und die Notenblätter mitgehen ließ.

Aktuell gibt es auch eine bekannte Notenwenderin: Gisela Renner ist seit 34 Jahren in Berlin Notenwenderin und bekam zufällig einen Anruf der Philharmonie um den vorgesehenen Notenwender des Abends zu substituieren. Seit dem Tag an ist sie dort und wird aber meistens persönlich von Pianisten kontaktiert, um sie bei ihren Konzerten zu begleiten. Daher handelt es sich um ein tieferes Vertrauensverhältnis zwischen den Musikern und ihr, da man sich nach längerer Zusammenarbeit schon besser kennt. Die Hauptaufgabe eines Notenwenders, so Gisela Renner, ist es, ruhig zu bleiben und vor allem auch Ruhe auszustrahlen.

Gisela Renner/VAN Magazin

Gisela Renner/VAN Magazin

Für den Notenwender spielt auch die Konsistenz des Papiers eine wichtige Rolle. Die neueren Papierformate sind mit mehr Kunststoff versetzt und machen somit während der Konzerte mehrere Geräusche und sind viel unflexibler als die früheren Notenblätter.

Im 19. Jahrhundert gab es sogar Versuche, die Noten mittels technischer Apparate umzublättern. Im Laufe der Zeit entstand auch die Möglichkeit, die Noten auf einem Bildschirm anzuzeigen mit einem dazugehörenden Computerprogramm. Diese Programme wechseln die angezeigte Seite automatisch oder werden über ein Pedal gesteuert. Eine solche Technik verwendeten auch die Bamberger Symphoniker im Jahr 2000, schafften sie aber bald wieder ab.

Mag es daran liegen, dass eine Maschine nicht den Menschen ersetzen kann? Dass eine Maschine die Nuancen der Musik nicht ausreichend interpretieren kann, um immer zur richtigen Zeit zum Einsatz zu kommen? Obwohl der Notwender sich stets im Hintergrund hält und kaum auffällt, ist er trotzdem unentbehrlich für den Musiker und somit für das gesamte Werk.

(Written on December 14, 2015 )

Classical News

Telegraph

Newlywed Katherine Jenkins denies diva claims

Singer Katherine Jenkins has hit back at claims she was dropped by her music company for being a “diva”

Classic FM

Pascal Rogé slams ‘mafia’ jury at piano competition

The Rina Sala Gallo Association has called for Pascal Rogé to apologise after he quit the jury and accused Italian members of the panel at the Monza international piano competition of corruption.

International Arts Manager

Vienna Philharmonic wins Nilsson prize

The Vienna Philharmonic Orchestra has won the 2014 Birgit Nilsson Prize.

Pizzicato

500 Amateur Musicians Played A Rameau Flash Mob In Dijon

Dijon is the town where composer Jean-Philippe Rameau was born 250 years ago. The city organized a flash mob last Saturday.

BBC News

Live classical ‘off-putting’ says Jonny Greenwood

Radiohead guitarist Jonny Greenwood has said classical music concerts have had the excitement “squeezed out of them”.

Slipped Disc

Sunday school: Atlanta’s icy silence is broken by a supercool rap

The musicians and the lockout merchants are observing media silence while talks continue with a federal negotiator

Der Tagesspiegel

Müssen Karten für Oper und Theater so günstig sein?

Kulturstaatssekretär Tim Renner wundert sich über die Ticketpreise an subventionierten Bühnen. Das lässt er sich nun mal ganz genau erklären. Und schon gibt es Kritik.

Teure Halle – Das Konzerthaus ist wiedereröffnet

Das gibt es auch noch in Berlin: Eine Baustelle wurde rechtzeitig fertig. Mit einem festlichen Konzert unter Mitwirkung von Andrey Boreyko und Arcadi Volodos ist das Konzerthaus am Freitag wiedereröffnet worden.

das Orchester

Deutschsprachige Berufsverbände und Musikergewerkschaften besorgt über die Lage der Orchester in Europa

Die deutschsprachigen Berufsverbände und Musikergewerkschaften aus Österreich, der Schweiz und Deutschland (SMV, DOV, GdG-KMSfB und ver.di) beobachten mit großer Sorge die aktuell um sich greifende Zerstörung von Opernhäusern, -ensembles und Orchestern in Europa.

musik heute

Bamberger Symphoniker übernehmen Patenschaft für Junge Deutsche Philharmonie

Ausgehend vom Bamberger Chefdirigenten Jonathan Nott, der ab diesem Jahr auch Erster Dirigent der JDPh ist, sei eine organisatorische und inhaltliche Kooperation geplant, teilten die beiden Klangkörper am Freitag mit.

The New York Times

Rita Shane, a Met Soprano Known for Range and Intensity, Dies at 78

Rita Shane, a dramatic coloratura soprano admired for the range, flexibility and size of her voice, as well as the intensity she brought to her performances, died on Thursday at her home in Manhattan.

Twitter

The Violin Channel @violinchannel: http://www.theviolinchannel.com/rapping-student-guildhall-school-music-london/ … London’s Guildhall School Admits Rapper into Classical Music Programme @guildhallschool @londonsymphony

Gramophone @GramophoneMag: Happy Birthday Ralph #VaughanWilliams – ‘an adventurous, unmistakably English composer’ http://bit.ly/1vRfgh4 

BBC Music Magazine @MusicMagazine: Nine things you might not know about Ralph Vaughan Williams:http://www.classical-music.com/article/nine-things-you-might-not-know-about-ralph-vaughan-williams …

Der Tagesspiegel  @tagesspiegel: #Oper & #Theater in #Berlin: Müssen Eintritts-Karten denn so günstig sein, fragt Kulturstaatssekretär Tim @rennersen http://ow.ly/CEvq

Konzerthaus on Gendarmenmarkt during the "Festival of Lights", Photo AFP via Tagesspiegel

Konzerthaus on Gendarmenmarkt during the “Festival of Lights”                  Photo: AFP via Tagesspiegel

(Written on October 13, 2014 )